Donnerstag, 08.03.2018
Gut die Hälfte der in Südkorea tätigen deutschen Unternehmen erwirtschaften dort einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Bildquelle: Wavebreakmedia Ltd/Thinkstock/Getty Images

Gut die Hälfte der in Südkorea tätigen deutschen Unternehmen erwirtschaften dort einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Zukunftsmärkte
AHK-Umfrage

Unternehmen fordern mehr fairen Wettbewerb in Südkorea

Willkür und nichttarifäre Handelshemmnisse behindern das Geschäft in Südkorea, beklagen europäische Unternehmen in einer AHK-Umfrage. Das seit 2011 geltende Freihandelsabkommen blieb deren Lösung demnach schuldig.

Europäische Unternehmen in Südkorea fordern Reformen für ein klares und faires Geschäftsumfeld. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, an der die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) Korea maßgeblich mitgewirkt hat.

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Nichttarifäre Handelshemmnisse, unklare Regularien, willkürliche Auslegungen sowie die schlechte Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte nannten die meisten deutschen Firmen als Herausforderung für ihr Geschäft in Südkorea. Entsprechend sehen die Befragten Rechtsstaatlichkeit, fairen Wettbewerb und eine Offenheit des koreanischen Marktes für Ausländer als wichtigste Faktoren für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Südkorea: drittwichtigster Außenhandelsmarkt

Für die gemeinsame „Business Confidence Survey 2017“ haben zwölf europäische Handelskammern in Südkorea die Antworten von mehr als 100 vor Ort aktiven Unternehmen aus Europa ausgewertet. Bei rund einem Drittel der Umfrageteilnehmer handelt es sich um deutsche Betriebe. Hiervon engagieren sich 77 Prozent bereits seit über zehn Jahren auf dem koreanischen Markt; 54 Prozent erwirtschaften dort einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Südkorea ist drittwichtigster Auslandsmarkt für deutsche Unternehmen in Asien. Waren im Wert von 17,3 Milliarden Euro gingen 2016 von Deutschland nach Südkorea. Schub erhielten die Handelsbeziehungen noch einmal 2011, als das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea in Kraft trat. Dass in dessen Rahmen trotzdem nicht alle Hemmnisse abgebaut wurden, zeigt die aktuelle Umfrage.

Energiewende, E-Mobilität und Industrie 4.0

Den angegebenen Schwierigkeiten zum Trotz möchten 46 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäfte in dem ostasiatischen Land weiter ausbauen. Die AHK appelliert daher an die neue koreanische Regierung, die genannten Handlungsfelder zu adressieren und ein gutes Geschäftsumfeld für neue Investitionen zu schaffen. Dazu gehörten auch Reformen bei Themen wie Industrie 4.0, Energiewende oder Elektromobilität.