Donnerstag, 11.10.2012
Zukunftsmärkte
USA vs. China

USA: Antidumping gegen China

Das US-Handelsministerium belegt chinesische Billigsolarprodukte mit hohen Strafzöllen. Das hat der Abschlussbericht über die Anti-Dumping- und Anti-Subventions-Untersuchung ergeben.

Die Abgaben für Solarzellen und -module aus China bewegen sich zwischen 18,32 und 249,96 Prozent und treffen unter anderem Suntech und Trina Solar, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Damit soll die Preisgestaltung gerechter werden. Zudem sollen chinesische Hersteller mit Anti-Subventionszöllen von 14,78 bis 15,97 Prozent belegt werden. Das sind deutlich höhere raten als bislang. Am 7. November entscheidet die Internationale Handelskommission der USA über das endgültige Inkrafttreten dieser Zölle.

Laut Reuters kritisierte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums die Zölle scharf und appellierte an die US-Regierung, ihre "falschen" Entscheidungen zu korrigieren. Die Abgaben würden US-Exporteure und Verbraucher belasten. Protektionismus hemme die Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Die USA und China streiten sich bereits seit Jahren in Handelsfragen. 2011 ist der Wert der von China in die USA exportierten Solarprodukte gegenüber dem Vorjahr auf 3,1 Milliarden US-Dollar gestiegen. 

Angst vor Handelskrieg

Im Herbst vergangenen Jahres hatte die US-Tochter des Unternehmens Solarworld zusammen mit sechs anderen Firmen eine Petition bei der US-Regierung gegen die zunehmenden Billig-Importe aus China eingereicht. Zahlreiche amerikanische Solarunternehmen lehnen das aktuelle Untersuchungsergebnis jedoch energisch ab. Der stellvertretende Chef des größten Anbieters von Solar-Dienstleistungen in Nordamerika, Sun Edison, reagiert sagte dazu, ein Handelskrieg zwischen den USA und China mit Bezug auf die Solarbranche nicht den Interessen der US-Gesellschaft diene, schon gar nicht kleinen und mittelgroßen Betrieben. Er fügte hinzu, nach der Erhebung der Steuer würden die Kosten für die Installierung und die Nutzung von Solaranlagen steigen. Dies sei für zahlreiche kleine und mittelgroße Betriebe ein schwerer Schlag. Zahlreiche Angestellte könnten arbeitslos werden.

Stimmen aus Europa

Auch in Europa bestehen Handelsbeschwerden: "Es besteht Hoffnung, dass Chinas Monopolstreben im Solarbereich noch gestoppt werden kann. Mit gigantischen Subventionen versucht die Volksrepublik ihrem aktuellen Fünf-Jahres-Plan folgend sich europäischem und weltweitem Wettbewerb zu entledigen. Die Zölle in den USA sind ein erster Schritt, dem Einhalt zu gebieten“, sagt Milan Nitzschke, Präsident der europäischen Solarherstellerinitiative EU ProSun, „Der europäische Markt ist aktuell allerdings zehnmal größer als der amerikanische, daher wird die Entscheidung der EU-Kommission über vergleichbare Zölle den Ausschlag geben, ob wir wieder zu fairen Wettbewerb kommen und unseren technologischen Vorsprung und Tausende von Arbeitsplätzen in Europa erhalten können."

EU-Handelskommissar Karel de Gucht prüft seit Anfang September die Vorwürfe der europäischen Hersteller. De Gucht hat 15 Monate Zeit, den Markt unter die Lupe zu nehmen und über Strafzölle zu befinden. 2011 verkauften die Chinesen Solarmodule und dazugehörige Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro in Europa, das für die chinesische Solarindustrie der wichtigste Exportmarkt ist. In die USA exportierten sie Solartechnik im Wert von 2,4 Milliarden Euro.

Quellen: Reuters, China Radio International, Markt und Mittelstand


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