Dienstag, 13.05.2014
Derzeit erschweren diverse Vorschriften den Handel zwischen Europa und den USA.

Quelle: Thinkstock / Getty Images

Derzeit erschweren diverse Vorschriften den Handel zwischen Europa und den USA.

Zukunftsmärkte
Freihandelsabkommen zwischen USA und EU

USA-Handel mit weniger Hürden

Durch das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA sollen vor allem mittelständische Unternehmen profitieren. Die gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards bezeichnen dabei 75 Prozent der Unternehmen als größten Vorteil.

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen unterstützt das geplante Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der Europäischen Union und den USA. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) halten mehr als 60 Prozent der befragten Exporteure das TTIP-Abkommen für  „wichtig“ oder „sehr wichtig“.
75 Prozent bezeichnen die gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards als größten Nutzen einer solchen Vereinbarung. Das TTIP wird als erstes Handelsabkommen ein spezielles Kapitel für kleine und mittelständische Unternehmen enthalten. Es ist deshalb nicht nur ein Abkommen für die großen „Multinationals“.

Unternehmen beklagen Normen im USA-Handel

Überwiegend für mittelständische Unternehmen würden durch die neuen Impulse im transatlantischen Handel Vorteile entstehen. Derzeit erschweren allerdings diverse Vorschriften den Handel zwischen Europa und den USA.  Durch unterschiedliche Verfahren für Zertifizierungen und Einfuhrkontrollen sind auf beiden Seiten des Atlantiks noch zu oft zu kosten- und personalintensiv.

So gibt es beispielsweise in den USA und Europa jeweils Zertifizierungsstellen für Schweißnähte in Druckbehältern. Obwohl die Produkt- und Sicherheitsstandards für die Behälter gleich sind, werden die Zertifikate nicht gegenseitig anerkannt. Das bedeutet, dass dieselbe Schweißnaht zwei Mal zertifiziert werden muss. Die Folge sind erhebliche Zusatzkosten für Unternehmen, ohne dass ein Mehrwert für den Verbraucher erzielt wird.

Die gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards bezeichnen 75 Prozent der Unternehmen als größten Vorteil.

Die gegenseitige Anerkennung von Normen und Standards bezeichnen 75 Prozent der Unternehmen als größten Vorteil.

Mittelstand ist für das Freihandelsabkommen mit den USA

„Die deutsche Exportwirtschaft setzt auf das neue transatlantische Freihandelsabkommen“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“. „Für mich ist wichtig, dass das transatlantische Freihandelsabkommen nicht an den bewährten europäischen Standards bei Verbraucher- und Umweltschutz rüttelt“. Beim TTIP geht es nicht um die Absenkung von europäischen Verbraucher- oder Umweltschutzstandards. Vielmehr zielt das Abkommen auf die Anerkennung unterschiedlicher Verfahren, die zu einem vergleichbaren Ergebnis führen.

Für die meisten Betriebe geht es der Umfrage zufolge vor allem um den Abbau sogenannter nichttarifärer Handelshemmnisse: „Für Dreiviertel der Unternehmen ist die Harmonisierung oder gegenseitige Anerkennung von Normen, Standards und Zertifizierungen der wichtigste Nutzen einer Vereinbarung“, erläutert der DIHK-Präsident. Vor allem im Maschinenbau und in der Metallindustrie sehen viele Unternehmen, 82 Prozent,  dort dringenden Handlungsbedarf.

Niedrigere Zölle: Zwei Milliarden Euro Entlastungen

Erst das zweitgrößte Problem im transatlantischen Handel ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft der Abbau von Zöllen, denn in vielen Sektoren sind die Zölle schon niedrig. Aufgrund des großen Handelsvolumens würde ein weiterer Abbau aber eine spürbare Steigerung des Bruttoinlandsprodukts der zwei Wirtschaftsräume mit sich bringen. 61 Prozent der heimischen Export-Unternehmen erwarten an dieser Stelle Verbesserungen. Nach Angaben des DIHK könnten sich dabei Entlastungen von mehr als zwei Milliarden Euro ergeben.

Etwa 25 Prozent der befragten deutschen Unternehmen erwartet von dem Freihandelsabkommen auch, dass sich Streitfälle künftig kostengünstiger und schneller regeln lassen als heute. Denn Sammelklagen und eine ausgeprägte Produkthaftung in den USA machen gerade deutschen Mittelständlern oft das Leben schwer.

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