Freitag, 24.07.2015

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Kabel, Stecker und Sicherungen aus deutscher Produktion werden indische Behörden nicht mehr gesondert prüfen.

Zukunftsmärkte
Lokale Prüfung von Produkten nicht mehr nötig

Vereinfachter Export von Elektrotechnik nach Indien

Aufgrund der Kooperation deutscher und indischer Zulassungsbehörden müssen elektrotechnische Produkte in Indien nicht mehr gesondert zertifiziert werden. Für den Verkauf vor Ort reicht Herstellern bald ein deutsches Prüfsiegel.

Deutsche Hersteller von Batterien, Steckern und Schaltern können sich freuen: Denn ab dem 1. September 2015 müssen sie ihre Waren nicht mehr gesondert zertifizieren lassen, um sie in Indien zu verkaufen. Künftig reicht für die Zulassung elektrotechnischer Produkte im indischen Markt, dass sie vom VDE-Institut in Deutschland geprüft und zertifiziert sind.

Das etabliert ein Vertrag, den das Prüf- und Zertifizierungsinstitut des Elektrotechnikverbandes VDE mit der indischen Zulassungsbehörde BIS unterzeichnet hat. Die lokale Prüfung in Indien, die Produkte bislang durchlaufen mussten, fällt demnach ab September weg.

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Sicherungen, Schutzschalter und Kabel

Profitieren werden davon sämtliche Produkte der Elektrotechnik, die unter das "Mandatory Certification Scheme" (ISI Mark) fallen, sowie Produkte der Elektronik und Informationstechnik, für die das "Requirement for Compulsory Registration" gilt. Dazu gehören Sicherungen, RCCB-Schutzschalter, LED-Module und PVC-isolierte Kabel, zählt Prashant Kumar Sandhi auf, der als Projektmanager beim VDE-Institut die Verhandlungen mit der BIS begleitete.

Auch Branchenprodukten, die in Zukunft in die Registrierungsschemata aufgenommen werden, sei die vereinfachte Zulassung garantiert, heißt es vonseiten des VDE-Instituts. Gut 400 Produkte seien es künftig insgesamt.

Die Einigung zwischen den Zulassungsstellen ist eine wichtige Vereinfachung der Handelsgeschäfte zwischen den beiden Ländern. Insbesondere deutsche Mittelständler dürften sich über den geringeren Verwaltungsaufwand freuen. Derzeit klagen viele in Indien tätige Firmen über die ausufernde lokale Bürokratie.

Zollverfahren bleibt wie gehabt

Nicht von der Neuerung betroffen sind die Einführungsregularien der Produkte. Beim Zoll müssen Elektrotechnikhersteller ihre Exportware wie zuvor anmelden und abfertigen. Der Vertrag zwischen VDE-Institut und BSI wartet nun auf die offizielle Ratifizierung durch die zuständigen Ministerien in Indien und in Deutschland.

Info

Die gesamte Liste der betroffenen Produkte ist abrufbar unter:
www.bis.org.in/cert/ProdUnManCert.asp