Montag, 17.06.2013
Zukunftsmärkte
Freihandelsabkommen

Vor allem USA profitieren von Freihandelsabkommen

Von einem möglichen Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU profitieren vor allem die USA selbst. In welchen anderen Ländern es zu welchen Auswirkungen kommt, zeigt eine aktuelle Studie.

Durch die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen USA und EU würde das reale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner deutlich steigen und neue Arbeitsplätze könnten geschaffen werden. Weltweit würde das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen um 3,3 Prozent steigen. Außerhalb der Freihandelszone komme es jedoch zu Einkommens- und Beschäftigungsverlusten, wie eine aktuelle Studie des ifo-Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergeben hat.

"Ein transatlantisches Freihandelsabkommen wäre ein wichtiges Instrument für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa", sagte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, bei der Vorstellung der Studie. "Gerade die krisengeschüttelten Südeuropäer würden davon überdurchschnittlich profitieren. Allerdings sollten entstehende Wohlfahrtsgewinne für die EU und die USA auch Anreiz sein, sich in zukünftigen multilateralen Verhandlungen kompromissbereit gerade gegenüber den Verlierern des Abkommens zu zeigen. Auf diese Weise könnte das transatlantische Freihandelsabkommen auch der ins Stocken geratenen Doha- Entwicklungsrunde einen neuen Schub geben."

Gewinner des Freihandelsabkommens

Im EU-Raum würde das reale Pro-Kopf-Einkommen um durchschnittlich fast 5 Prozent höher ausfallen. Zu den Gewinnern gehören kleinere, exportorientierte Volkswirtschaften wie die baltischen Staaten sowie die südeuropäischen Krisenländer. Während die Arbeitslosigkeit im OECD- Durchschnitt um 0,45 Prozentpunkte zurückginge, würde sie in den vier Krisenstaaten in einer Bandbreite von 0,57 Prozentpunkten in Italien bis hin zu 0,76 Prozentpunkten in Portugal sinken. Aber vor allem profitieren die USA von einem Freihandelsabkommen. Hier würde das langfristige Bruttoinlandsprodukt je Einwohner um 13,4 Prozent steigen.

Die großen Volkswirtschaften Deutschland (4,7 Prozent BIP-Wachstum pro Kopf) und Frankreich (2,6 Prozent) profitieren im europäischen Vergleich nur unterdurchschnittlich von einem Freihandelsabkommen.

Verlierer des Freihandelsabkommens

Durch das Freihandelsabkommen reduzieren sich die Importe aus anderen Ländern. Das trifft vor allem traditionelle Handelspartner der USA wie Kanada (minus 9,5 Prozent) und Mexiko (minus 7,2 Prozent). Auch in Japan würde sich das langfristige Pro-Kopf-Einkommen um fast 6 Prozent vermindern. Weitere Verlierer wären die Entwicklungsländer; vor allem in Afrika und Zentralasien.

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