Donnerstag, 10.03.2011
Zukunftsmärkte
Handel

Vorsicht trotz steigender Im- und Exporte

Sowohl die Ausfuhren deutscher Produkte als auch die Einfuhren sind im Januar 2011 im Vorjahresvergleich gestiegen.

Um 24,2 Prozent lagen die Ausfuhren höher als noch im Januar vergangenen Jahres. Die Einfuhren nahmen um 24,1 Prozent zu. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.  Im Vergleich zum Vormonat haben die Ausfuhren im Januar 2010 um 1 Prozent abgenommen, die Einfuhren lagen um 2,3 Prozent höher. Die Außenhandelsbilanz schloss im Januar 2011 mit einem Überschuss von 10,1 Milliarden Euro, preisbereinigt 11,8 Milliarden Euro. Im Januar vergangenen Jahres lag der Saldo 8,1 Milliarden Euro.

Vorsicht trotz Rekorde

Die deutschen Außenhändler sind trotz der steigenden Zahlen dennoch vorsichtig. Ein Grund sind die Unruhen in arabischen Ländern. Denn in diesen Regionen wuchs zuletzt der deutche Außenhandel, wie der Präsident des Handelsverbandes BGA, Anton Börner, erklärte. Zudem sorge die Schuldenkrise in Europa, die schleppende Erholung in den USA und die wachsenden Risiken in China für Verunsicherung. Börner warnte vor einer „kräftigen Inflationswelle“, auch wenn sowohl die deutschen Exporte als auch die Importe in diesem Jahr Rekordmarken knacken sollen. 

Der BGA hob seine Export- und Importprognose an und rechnet damit, dass Deutschland das Vorkrisenniveau von 2008 übertreffen wird. Bei den Ausfuhren erwartet der Verband ein Plus von neun Prozent anstatt bislang sieben Prozent. Auch der Zuwachs bei den Einfuhren wird mit zwölf Prozent höher veranschlagt. Grund dafür seien aber die steigenden Preise.

Im- und Export in EU und Drittländer deutlich gestiegen

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden im Januar 2011 Waren im Wert von 48,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 41,8 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber Januar 2010 nahmen die Ausfuhren innerhalb der EU um 20,4 Prozent und die Importe aus diesen Ländern um 19,7 Prozent zu.
Die Warenlieferungen in die Länder der Eurozone beliefen sich im Januar 2011 auf 32,7 Milliarden Euro und nahmen somit im Vorjahresvergleich um 18,8 Prozent zu. Die Importe von dort stiegen mit einem Plus von 17,1 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro.

In Länder außerhalb der Europäischen Union wurden im Januar Waren im Wert von 30,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 26,7 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Januar 2010 nahmen diese Exporte um 30,8 Prozent zu, die Importe stiegen um 31,6 Prozent.

Quellen: Reuters, Destatis, Markt und Mittelstand

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