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Wohnungsbau 2025: Aufschwung bei Eigenheimen, Stillstand in Städten, Einbruch bei Fertigstellungen

| Markt und Mittelstand Redaktion

Eigenheim-Boom, Mietwohnungs-Flaute: Die Schieflage im deutschen Wohnungsbau.

Baustelle eines modernen Privathauses
Baustelle eines modernen Privathauses – Symbol für den widersprüchlichen Trend im deutschen Wohnungsbau, denn Genehmigungen steigen leicht, Fertigstellungen brechen jedoch ein. (Foto: shutterstock)

02.09.2025 Markt und Mittelstand  

Der deutsche Wohnungsbau sendet widersprüchliche Signale. Einerseits ziehen die Genehmigungen nach langer Durststrecke erstmals leicht an. Andererseits brechen die Fertigstellungen dramatisch ein – und mit ihnen die Hoffnung auf Entspannung am Wohnungsmarkt.

Genehmigungen: Hoffnungsschimmer mit Schieflage

Im ersten Halbjahr 2025 wurden rund 110.000 neue Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs von 2,9 Prozent. Der Anstieg hat jedoch eine klare Schlagseite: Während Einfamilienhäuser mit einem Plus von 14,1 Prozent boomen, stagnieren die Mehrfamilienhäuser nahezu. Gerade sie gelten jedoch als entscheidend für die urbanen Zentren. Mit 57.300 genehmigten Einheiten liegt das Wachstum hier bei mageren 0,1 Prozent.

Der Trend deutet auf eine zunehmende Schere zwischen städtischem Bedarf und ländlicher Bautätigkeit hin. Wer baut, baut vor allem für den Eigenbedarf – nicht für den angespannten Mietwohnungsmarkt.

Fertigstellungen: Abwärtsspirale setzt sich fort

Noch düsterer sind die Zahlen bei den Fertigstellungen. Laut Euroconstruct dürfte die Zahl 2025 auf nur noch 205.000 Wohnungen fallen – ein Minus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang auf 185.000 Einheiten prognostiziert. Erst ab 2027 rechnen die Experten wieder mit einer leichten Stabilisierung.

Das bedeutet: Die Bautätigkeit hinkt nicht nur hinter den politischen Zielmarken, sondern auch hinter dem realen Bedarf von jährlich mindestens 400.000 neuen Wohnungen her.

Mit dem sogenannten „Bau-Turbo“ versucht die Bundesregierung, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Doch der Effekt dürfte kurzfristig gering bleiben. Baukosten, Zinsen und Fachkräftemangel lasten schwerer als jede regulatorische Stellschraube.

Während Eigentümer den Eigenheimbau trotz höherer Finanzierungskosten noch stemmen, geraten institutionelle Investoren im Mietwohnungsbau zunehmend ins Stocken. Vor allem die gestiegenen Zinsen machen großvolumige Projekte kaum kalkulierbar.

Infokasten: Wohnungsbau 2025

  • Genehmigungen: 110.000 Wohnungen im 1. Halbjahr 2025 (+2,9 % zum Vorjahr)

    • Einfamilienhäuser: +14,1 %

    • Zweifamilienhäuser: –8,3 %

    • Mehrfamilienhäuser: +0,1 % (57.300 Einheiten)

  • Fertigstellungen:

    • 2025: 205.000 Wohnungen (–19 % ggü. Vorjahr)

    • 2026: Prognose 185.000 Wohnungen

    • 2027: leichte Erholung auf 195.000 Wohnungen erwartet

  • Politisches Ziel: 400.000 neue Wohnungen pro Jahr

  • Hauptprobleme: steigende Baukosten, hohe Zinsen, Fachkräftemangel

Quelle: Wohnungsbau 2025: Genehmigungen steigen leicht, Fertigstellungen brechen stark ein

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