Dienstag, 30.10.2012
Zukunftsmärkte
China

Zahlungsmoral chinesischer Unternehmen sinkt

Die Abkühlung in der chinesischen Wirtschaft und ein schwieriges Finanzierungsumfeld haben bei vielen chinesischen Unternehmen zu einer stark verschlechterten Zahlungsmoral geführt. Liquiditätsengpässe sind die Folge.

Chinas Unternehmen haben ihre offenen Forderungen in den vergangenen Wochen massiv vergrößert. Im August belief sich die Summe der offenen Forderungen gegenüber chinesischen Industrieunternehmen nach Informationen des chinesischen National Bureau of Statistics auf rund 1,28 Billionen US-Dollar, ein Wachstum von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum durchschnittlich nur um 5,4 Prozent. Die meisten Unternehmen verweisen zur Begründung auf Liquiditätsengpässe, die teilweise darauf zurückzuführen auf eigene offene Forderungen zurückzuführen seien. In einer aktuellen Studie der Universität Peking erklärten mehr als 30 Prozent der befragten Unternehmen aus der Deltaregion des Jangtsekiang, dass offene Forderungen derzeit ihr Geschäft belasten.

Stahl und Kohle leiden besonders

Besonders Stahl-, Kohle und Maschinenbauunternehmen sind demnach unter Druck geraten. Die China Iron & Steel Association (CISA) erklärte, dass Unternehmen im ganzen Land Schwierigkeiten hätten, ausstehende Forderungen zu begleichen. Ende Juli belief sich die Summe der offenen Forderungen gegenüber 81 von der CISA beobachteten chinesischen Stahlkonzernen auf 119 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Summe der eigenen offenen Rechnungen belief sich auf 407 Milliarden Yuan, ein Anstieg von 10,6 Prozent.

Kohleproduzenten wurden sogar noch härter getroffen. 90 von der China National Coal Association beobachtete Unternehmen meldeten Ende Juli offene Forderungen in Höhe von rund 195 Milliarden Yuan – ein Anstieg von 48,7 Prozent gegenüber 2011. Im Maschinenbausektor stiegen die offenen Forderungen im gleichen Zeitraum um 16,9 Prozent auf 2,5 Billionen Yuan.

Als wichtigste Gründe nannten chinesische Experten den verlangsamten Ausbau der Infrastruktur und ausbleibende Zahlungen der Projektgesellschaften. Aber auch sinkende Exporte haben bei vielen Exportunternehmen zu Liquiditätsengpässen geführt, so dass diese ihre Zulieferer  nicht mehr pünktlich bezahlen können.

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