Freitag, 07.09.2012
Zukunftsmärkte
Mexiko

Zulieferer erwünscht

Vor über 30 Jahren kam der deutsche Autozulieferer Hella nach Mexiko. Martin Fischer, CEO der Elektroniksparte in Nord- und Südamerika, erklärt, wie das Unternehmen Mitarbeiter bindet und welche Zulieferer das Unternehmen aktuell sucht.

 

Mum: Sie bauen gerade Ihren vierten Produktionsstandort in Mexiko auf. Für welchen Standort haben Sie sich entschieden?
Fischer: Wir bauen eine neue Produktionsstätte für Scheinwerfer und Heckleuchten in Irapuato, das liegt im Staat Guanajuato. Dort haben wir 2008 schon einen Elektronikstandort eröffnet. Unsere anderen beiden Lichtstandorte in Mexiko sind in Mexiko-City und Guadelajara.

Mum: Damit konzentrieren sich all Ihre Standorte auf das automobile Zentrum in der Mitte Mexikos. Andere Unternehmen der Branche haben sich auf die Grenzregion zu den USA konzentriert.
Fischer: Auch wenn sich viele Unternehmen in der Grenzregion niedergelassen haben, ist in letzter Zeit zu beobachten, dass Investitionen verstärkt ins Zentrum Mexikos gehen. Wir sind mit unserer Wahl und den Umfeldbedingungen dort auf jeden Fall sehr zufrieden.

Mum: Oft wird argumentiert, dass es gerade in solchen Ballungszentren schwierig sei, die Mitarbeiter an die Firma zu binden. Wie stellen Sie dies sicher?
Fischer: Der Markt expandiert und die Mitarbeiter haben wahnsinnig viele Möglichkeiten. Für uns sind zwei Dinge wichtig: Zum einen sind die Mitarbeiter sehr motiviert Karriere zu machen. Wenn unsere Standorte wachsen ergeben sich Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Unser Elektronikstandort ist seit der Gründung 2008 auf 400 Mitarbeiter gewachsen und nun können wir Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Zum anderen hat das Miteinander in Mexiko einen hohen Stellenwert. Deswegen organisieren wir Sportevents und Familientage, um die Gemeinschaft zu fördern und die Familien zu integrieren.

Mum: Erwarten Sie von Ihren Zulieferern, dass sie in Mexiko produzieren?
Fischer: Ja, unsere Lieferanten sollten in Mexiko vor Ort sein. Wir wollen einen hohen Grad an Lokalisierung hinbekommen. Weil wir eine kurze und kontrollierbare Supply Chain wollen, möchten wir unsere Komponentenlieferanten vor der Haustür haben. Es gibt aber noch einen Grund, warum wir Zulieferer in Mexiko bevorzugen: Wir produzieren in unseren Werken in Mexiko auch für den Export in die USA und nach Kanada, aber auch nach Brasilien. Im Rahmen von Mercusor gibt es ein Freihandelsabkommen, nach dem wir zollfrei nach Brasilien exportieren können, wenn mindestens 65 Prozent des Wertschöpfungsanteils in Mexiko erbracht wurden. Auch deswegen sind wir darauf angewiesen, dass unsere Lieferanten in Mexiko fertigen.

Mum: Wie wird man Komponentenlieferant von Hella?
Fischer: In unserem Geschäft brauchen wir qualitativ hochwertige Komponenten. Darin ist der deutsche Mittelstand gut. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Lieferanten, die in Mexiko fertigen. In erster Linie suchen wir Kunststofflieferanten. Die sind für uns das Wesentliche. Außerdem schauen wir auch, ob wir  lokale Lieferanten für Motoren und Metallteile bekommen können.

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