Freitag, 06.06.2014

Wertvoller Abfall

Der industrielle Kunststoffverbrauch steigt, und der technische Fortschritt im Recycling ist rasant. Das eröffnet neues Potential.

10,62 Millionen Tonnen betrug die Kunststoffproduktion im Jahr 2011 in Deutschland. Die Verarbeitungsmenge für Kunststoffwerkstoffe lag im selben Jahr bei etwa 11,86 Millionen Tonnen. Nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 konnte sich die deutsche Kunststoffverarbeitung sogar deutlich besser erholen...

10,62 Millionen Tonnen betrug die Kunststoffproduktion im Jahr 2011 in Deutschland. Die Verarbeitungsmenge für Kunststoffwerkstoffe lag im selben Jahr bei etwa 11,86 Millionen Tonnen. Nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 konnte sich die deutsche Kunststoffverarbeitung sogar deutlich besser erholen als der europäische Durchschnitt. Und die Kunststoffabfälle lagen im Jahr 2011 bei 5,45 Millionen Tonnen. Der Kunststoffverbrauch wird national wie international stetig zunehmen, dadurch wird auch die Notwendigkeit eines effizienten Umgangs damit zum entscheidenen Faktor. "Das Kunststoffrecycling etabliert sich weiter als wesentlicher Bestandteil und Wirtschaftsfaktor der Kunststoffbranche", erklärt Christoph Lindner, Autor einer Studie, aus der die genannten Zahlen stammen. Im Auftrag der BKV, einer Plattform der deutschen Kunststoffindustrie, und Plastics Europe, einem europäischen Verband der Kunststoffindustrie, hat er mit seinem Unternehmen Consultic Marketing und Industrieberatung die Studie "Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland 2011" durchgeführt. Demnach stieg das werkstoffliche Recycling im Zeitraum von 2009 bis 2011 um 280 Kilotonnen auf circa 2.290 Kilotonnen. Von den ermittelten rund 5,45 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden etwa 42 Prozent einer werkstofflichen, 56 Prozent einer energetischen sowie bisher nur 1 Prozent einer rohstofflichen Verwertung zugeführt. Ein Prozent wurde deponiert. Recycling gehört in Deutschland zum festen Bestandteil des Unternehmeralltags. Im Jahr 2011 wurden die Gewerbeabfälle primär über private Entsorger beseitigt. "Die Beseitigung von Kunststoffabfällen ist mit Ausnahme von Übergangsregelungen für einzelne Deponien mittlerweile Historie", betont Lindner. Dabei ist die rohstoffliche Verwertung von Kunststoffabfällen heute eine Nische, in der viel ausprobiert, aber auch ebenso oft wieder verworfen wird.