Freitag, 02.11.2012

Kompakt Produktion und Technologie

Linearantriebe kraftvoll und günstig+++Geschmackssache Arzneimittel+++Schlechte Ökobilanz+++Abwärme liefert Energie+++Überdosis im Stromnetz

Linearantriebe kraftvoll und günstig

Problem: In den auf dem Markt erhältlichen Linearmotoren sind in der Regel kostspielige Permanentmagneten verbaut. Diese werden aus Rohstoffen hergestellt, die fast ausschließlich aus China importiert werden und (bedingt durch die dortige Exportpolitik) immer...

Schlechte Ökobilanz

SELBST WENN EIN MODERNERES Produkt um 10 Prozent energieeffizienter ist als das alte Modell, zeigt sich ein Energiespareffekt erst nach einigen Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Öko-Instituts und des Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM). Selbst bei einer Steigerung der Energieeffizienz um 70 Prozent zwischen zwei Notebookgenerationen "lohnt sich der Ersatz eines alten durch ein neues Modell erst nach 13 Jahren", sagt Siddharth Prakash, Projektleiter am Öko-Institut.

In der Herstellungsphase werden mit 56 Prozent mehr Treibhausgasemission verursacht als im Nutzungszeitraum. Bei einer Lebensdauer von fünf Jahren entfallen 214 Kilogramm CO2-Äquivalente auf die Produktion, auf die Nutzung 138 Kilogramm (36 Prozent). Der Grund für diese Schieflage sind die bei der Herstellung verwendeten seltenen Rohstoffe, deren Gewinnung mit hohem Umweltaufwand verbunden ist. Das erfordert ein Umdenken beim Produktdesign in Richtung Recycling. "Das muss ein zentrales Anliegen einer nachhaltigen Produktpolitik sein", sagt Prakash.

Die Hersteller von Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnologien und Unterhaltungselektronik sollten vor allem die Verlängerung der Produktlebensdauer und eine recyclinggerechte Konstruktion anstreben. Die europäische Ökodesignpolitik lege ihren Schwerpunkt bislang nur darauf, die Energieeffizienz der Geräte zu steigern und den Energieverbrauch in der Nutzungsphase zu verringern.

Wichtiger als die Steigerung der Energieeffizienz der Systeme sei es daher, so die Forscher des Öko-Instituts und des IZM, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern und die Rohstoffe effizienter zurückzugewinnen.

Abwärme liefert Energie

ABGAS KANN in herkömmlichen Verfahren nur verwertet werden, wenn es mehrere Hundert Grad heiß ist. So werden Abgase einer Gasturbine als Wasserdampf für den Antrieb einer Dampfturbine verwendet. Aber je mehr die Abwärme abkühlt wird, desto schwieriger wird die Verwertung. Siemens Corporate Technology erforscht den Einsatz thermoelektrischer Generatoren, die in einer 200 bis 300 Grad heißen Umgebung klimaneutral Strom erzeugen sollen. Die Lösung: In thermoelektrische Bauteile fließt Strom, wenn ein Temperaturunterschied zwischen einer warmen und einer kalten Fläche besteht. Sie lassen sich etwa in einem Abgaskanal oder in einem Auspuff montieren, wobei eine Seite kühl bleibt. In dieser Anordnung wird Strom erzeugt. Ein Problem für die industrielle Praxis thermoelektrischer Generatoren sind die Materialien, die bei Temperaturen von mehr als 200 Grad effizient arbeiten. Zudem gilt es, Verbindungstechniken zu finden, weil konventionelle Löttechniken hohen Temperaturen und Temperaturschwankungen nicht standhalten. Ein weiteres Forschungsgebiet sind thermoelektrische Generatoren für Fahrzeuge. Die größten Einsatzchancen sind bei Dieselloks oder Lkw, aber auch in Pkw zu erwarten.

Übersdosis im Stromnetz

DIE DURCH WINDKRAFT- und Fotovoltaikanlagen erzeugte Elektrizität kann durch ungleichmäßige Einspeisung in dem dafür teilweise nicht ausgelegten Stromnetz zu Netzschwankungen und Spannungsspitzen führen. Damit steigt die Gefahr von Datenverlusten, warnt das auf Datenrettung und Informationsmanagement spezialisierte

Unternehmen Kroll Ontrack. Es empfiehlt drei Schutzmethoden:

Überspannungsschutz: Nützlich für kleinere Unternehmen sind Zwischenstecker oder Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz und einer Erdung gegen Stoßspannungen.

Datensicherung: Unternehmen sollten ein regelmäßiges Back-up aller Daten durchführen.

Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV): Für Unternehmen mit eigenen Netzwerkservern sollte eine USV zum Standard gehören. Sie stellt über zugeschaltete Akkumulatoren sicher, dass Server auch bei einem allgemeinen Stromausfall weiterlaufen.

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