Dienstag, 06.03.2018

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Dreckschleuder: Schon ab Anfang April können deutsche Städte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhängen.

Technologie
So wirkt sich das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge aus

Blitzumfrage: Hälfte der Mittelständler erwartet Umsatzeinbußen

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts pro Dieselfahrverbote verunsichert die Wirtschaft. In einer Umfrage befürchten Mittelständler vor allem Lieferengpässe und hohe Umrüstungskosten.

Egal, ob Speditionen, Liefer- und Paketdienste, Handwerker oder Reisebusse – viele mittelständische Unternehmen haben Dieselfahrzeuge im Fuhrpark und sind damit von der Entscheidung der Leipziger Richter unmittelbar betroffen. Zwei Drittel von ihnen befürchten Lieferprobleme für ihr Unternehmen, wie aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Kloepfel Consulting unter Geschäftsführern und Managern mittelständischer Unternehmen hervorgeht, die „Markt und Mittelstand“ exklusiv vorliegt. Gut die Hälfte erwartet Umsatzeinbußen von bis zu 5 Millionen Euro im Jahr. Die durchschnittlichen Umrüstungskosten werden mit 200.000 Euro beziffert.

Die Möglichkeit für Städte, Fahrverbote zu verhängen, wenn die EU-Normen für Stickoxide überschritten werden, soll dazu beitragen, die zu hohen Emissionswerte zu senken. Doch dass dies auch funktioniert, halten mehr als drei Viertel der Befragten für unrealistisch. Neben dem Verkehr verursachen auch Kraftwerke und die Landwirtschaft einen hohen Kohlenstoffdioxidausstoß (CO2).

Mit Blick in die Zukunft erwartet knapp die Hälfte der Befragten, dass der Verbrennungsmotor weiterhin das Mobilitätskonzept Nummer 1 bleiben wird. Interessant: Ein Drittel hält einen Batterieantrieb für das Antriebskonzept der Zukunft, und sogar 46 Prozent glauben, dass sich der Hybridantrieb durchsetzen wird.

Befragt wurden rund 170 Geschäftsführer und Manager aus mittelständischen Unternehmen, vor allem aus den Branchen Dienstleistung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive.

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Info

Das bedeutet das Dieselfahrverbot für Unternehmen

  • Ob ein Fahrverbot verhängt wird oder nicht, wo und für welche Schadstoffklassen es gilt, entscheidet die jeweilige Stadt und Kommune selbst.

  • Betroffen sind Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 4 oder darunter. Experten erwarten, dass auch der Euro-5-Diesel aus manchen Innenstädten verbannt werden könnte. Die Regierung befürchtet nach Spiegel-Informationen sogar, dass auch Dieselfahrzeuge der neuesten Generation betroffen sein könnten.
  • Städte wie Hamburg, die Fahrverbote ab April ausrufen wollen, planen Ausnahmeregelungen für ältere Diesel, die in der Verbotszone geschäftlich zu tun haben – das würde die negativen Folgen für Unternehmen abmildern.