Freitag, 09.12.2011
Enkaufsleistung

Einkaufscontroller senkt Kosten

Im Einkauf steckt ungenutztes Potential zur Kostensenkung. Die Anwendung eines differenzierten Performance Management im Einkauf senkt Kosten und erhöht die Produktivität. Dennoch messen viele Unternehmen die Leistung ihres Einkaufs nicht sorgfältig.

Dies sind zwei Ergebnisse der branchenübergreifenden Studie „Performance Management im Einkauf 2011“. Durchgeführt wurde die Studie von Horvàth & Partners und dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Befragt wurden 260 Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg.

Kombination von Kennzahlen entscheidend

Fast 90 Prozent der Befragten gaben an, dass die Performance im Einkauf durch den Einsatz eines Steuerungskonzepts gesteigert werden konnte. Zwei von drei Befragten meinten, dass sie ein solches Konzept bereits umsetzen würden. Die verwendeten Performance-Management-Konzepte unterscheiden sich allerdings deutlich. Die Studie zeigte, dass sie bei den Unternehmen überwiegend eindimensional ausgerichtet und kostenfokussiert sind. Wenn jedoch finanzielle und nicht-finanzielle sowie vergangenheits- und zukunftsbezogene Kennzahlen kombiniert wurden, konnte die Performance deutlich gesteigert werden, wie die Ergebnisse zeigten.

Drei Viertel der Befragten haben bereits ein Controlling im Einkauf durchgeführt, allerdings nur die Hälfte verfügt über einen eigenen Einkaufscontroller. „Die transparente Messung der Einkaufsleistung und ganzheitliche Steuerung der Einkaufsorganisation sind für Unternehmen entscheidende Wettbewerbsfaktoren angesichts sinkender Wertschöpfungstiefen und steigender Einkaufsvolumina“, sagt BME-Hauptgeschäftsführer Holger Hildebrandt.

Bis zu 85 Prozent des Gesamtumsatzes eines Unternehmens kann der Anteil des Einkaufsvolumens betragen. Maßgeblich für den Erfolg eines Performance Management ist zudem ein gekoppeltes Anreizsystem für die Mitarbeiter im Einkauf, zeigte die Studie. Wichtig sei die Honorierung von Leistungssteigerungen. Nur jeder Zweite verbindet bislang eine Leistungssteigerung im Einkauf mit einer variablen Vergütung. 

Quellen: BME, Markt und Mittelstand
Bildquelle: Pixelio