Mittwoch, 14.10.2020
Viel Schrott: Für die Entsorgung von Elektronikgeräten gibt es einige Regeln, die Unternehmen beachten müssen.

Foto: Kristine Sperlich/ Umweltbundesamt

Viel Schrott: Für die Entsorgung von Elektronikgeräten gibt es einige Regeln, die Unternehmen beachten müssen.

Technologie
14. Oktober: E-Waste-Day

Was Unternehmen bei der Entsorgung von Elektronikgeräten beachten müssen

Oft stapeln sich Altgeräte in abgelegenen Kellerbereichen von Unternehmen. So recht weiß kaum jemand damit etwas anzufangen. Die Entsorgung elektronischer Geräte auf städtischen Bauhöfen kostet Gebühren, diese Ausgaben wollen Firmenchefs so lange wie möglich vermeiden.

Die Entsorgung von Elektroaltgeräten wie PC, Monitore oder Tastaturen stellt mittelständische Unternehmen immer wieder vor Probleme. Bei kleineren Mengen ist die Abgabe an einen kommunalen Wertstoffhof sinnvoll, doch wohin mit einigen Dutzend solcher Geräte? „Bei Entsorgung sollten Betreiber von zertifizierten Erstbehandlungsanlagen kontaktiert werden. Sie stellen eine mit den gesetzlichen Regelungen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) konforme Entsorgung sicher“, sagt Kristine Sperlich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Produktverantwortung beim Umweltbundesamt. 

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Rund 400 dieser Allerdings müssen sich Hersteller und Händler von Elektrogeräten an die Vorgaben der WEEE-Richtlinie (WEEE = Waste of Electrical and Electronic Equipment) gebunden. So werden Rücknahme und Entsorgung der Elektroaltgeräte sowie deren Finanzierung geregelt. Der weee-full-service hilft Unternehmen mit Compliance-Lösungen für Elektrogeräte, Batterien und Verpackungen. 

Behandlungsanlagen sind bundesweit tätig. Von ihnen bekommen die Betriebe, die rechtlich die „Letztbesitzer“ der Altgeräte sind auch die Daten zur Entsorgung, die sie bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (Stiftung ear) melden müssen. Die Stiftung ear ist die zuständige Stelle für die Registrierung der Hersteller, die Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr bringen und sorgt außerdem dafür, dass im Rahmen der Pflichten der Hersteller ausreichend Sammelbehälter bei den kommunalen Wertstoffhöfen vorhanden sind. Auch das Abholen der Altgeräte koordiniert die ear.

Anfragen können Firmenchefs auch bei den Herstellern der <s>G</s>eräte, die entsorgt werden sollen. „Laut Gesetz müssen die Hersteller eine zumutbare Möglichkeit der Rückgabe schaffen. Wie das genau aussieht, muss aber im Einzelfall zwischen Hersteller und Letztbesitzer geklärt werden“, sagt Kristine Sperlich. Für Neukäufe von Hardware zu empfehlen, dass die Firmenkunden bereits im Kaufvertrag mit dem Hersteller die Rückgabe vereinbaren.

65 Prozent gibt die EU vor – Deutschland erreicht nur eine Quote von rund 45 Prozent. Das liegt daran, dass Verbraucher und Unternehmen „oft nicht wissen, wie und wo sie Altgeräte fachgerecht entsorgen und ihre Daten sicher von ihren Geräten löschen können. Auch nicht alle Unternehmen wissen, was sie bei der fachgerechten Entsorgung von Altgeräten beachten müssen“, sagt Melissa Kühn, Expertin für Nachhaltigkeit beim IT-Verband Bitkom.

Das gilt für die Entsorgung von Elektronikgeräten:

Händler und Online-Händler mit einer Laden- oder  Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern müssen nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz kleine Altgeräte zurücknehmen. Aber: Nur wenn die Kantenlänge des Altgeräts kleiner ist als 25 Zentimeter, müssen es Händler zurücknehmen, wenn der Ablieferer kein neues Gerät kauft.

Ausrangierte Handys und Smartphones sollten niemals im Hausmüll landen. Funktionsfähige Geräte lassen sich spenden, weiterverkaufen oder dem Hersteller zurückgegeben. Defekte Geräte sind fachgerecht zu entsorgen. Vor der Entsorgung gilt es die eigenen Daten zu sichern. Das bedeutet:  Vor der Weiter- oder Rückgabe ausrangierter Handys, Tablets oder Laptops sind Daten wie Adressbuch, Nutzerprofile von sozialen Netzwerken, Online-Banking-Zugänge oder Fotos und Videoclips zu löschen. Das gilt auch für Daten auf der SIM-Karte oder SD-Karte.

Vorsicht bei der Batterie: Lithium-Ionen-Akkus dürfen nicht in den Haushaltsmüll. Denn sie können durch Beschädigung zu Brände auslösen. Sie gehören in die Sammelboxen im Handel oder bei kommunalen Recyclinghöfen.

Scheinbar defekte Geräte muss man oft nicht gleich wegwerfen. Denn oft hilft eine Reparatur. Neben Die Hersteller von Elektronikprodukten wie Smartphones, Tablets oder Laptops bieten neben der gesetzlichen Gewährleistung eine freiwillige Garantie. Innerhalb dieser Frist  entstehen keine Kosten.

Reparaturhilfen bieten der technische Onlinesupport, Vor-Ort-Reparatur, zentrale Reparatur beim Hersteller (Einsendung defekter Geräte) oder zertifizierte Reparaturcenter. Die Bearbeitungszeiten für Smartphones dauern ein bis fünf Werktage, für Tablets bei drei bis zwölf und für Laptops bei fünf bis zehn Werktage.