Dienstag, 22.06.2021

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Auszubildende im Betrieb: Damit sie bleiben, müssen sich die Unternehmen ins Zeug legen.

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Prima Klima - so schaffen Arbeitgeber ein gutes Verhältnis zu ihren Auszubildenden

Rund ein Viertel der Auszubildenden kündigt frühzeitig. Sie fühlen sich oft nicht wertgeschätzt oder schlecht gefördert. Was können Arbeitgeber besser machen?

Der Keks und die Krümmel - das ist ein kompliziertes Verhältnis. Viele Chefs bemängeln mangelnden Elan, spärliche Kritikfähigkeit und hohe Fehlzeiten bei ihren Azubis. Nicht wenige von den jungen Leuten beklagen ihrerseits, mangelnde Betreuung durch den Betrieb und minimale Wertschätzung. Reden hilft. Aber nicht nur.

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Nachdem das Preboarding wie das Onboarding der Azubis so erfolgreich gelaufen ist, darf die Wahrnehmung für ihre Sorgen und Nöte nicht nachlassen. Diese zehn Tipps geben Profis Unternehmen und Ausbildern, damit aus dem beidseitigen Interesse eine gedeihliche Beziehung wird. Unabhängig von Lerninhalten und Ausbildungsrahmenplan. Alles klingt selbstverständlich, aber nichts davon ist es.

  • Planen Sie Azubis vom Start an aktiv in die Betriebsstrukturen und -abläufe ein. Dauerhaftes Mitlaufen reicht engagierten Menschen nicht. Setzen Sie transparente, realistische Ziele.
  • Fördern Sie die Selbstsicherheit der Auszubildenden.
  • Loben Sie.
  • Auszubildende mit Schwächen müssen gezielt gefördert statt „durchgezogen“ werden.
  • Fehler sind menschlich. Erlauben Sie es Ihren Azubis wie auch sich selbst. Chefs, die zu ihrem Scheitern stehen, sind souveräner und glaubwürdiger.
  • Wer fragt, führt: Über regelmäßige Gespräche der Ausbilder mit ihren Azubis lässt sich drohendes Unheil schneller identifizieren. Gerade in der Coronazeit setzen Zukunftsängste, Geldsorgen oder Stress unter Kollegen vielen jungen Menschen zu.
  • Eine Vertrauensperson für die Auszubildenden kann rechtzeitig Dampf aus dem Kessel nehmen und Lösungen aufzeigen.
  • Nutzen Sie die Social Media Skills Ihrer Azubis. Sie können wertvollen Content für Instagram, Facebook, die Homepage, einen Blog oder Xing/LinkedIn liefern.
  • Krisengespräch: Es ist Zeit zu reden? Dann muss auch der Azubi die Chance haben, sich vorzubereiten. Eine klare Ankündigung und eine vertrauliche Gesprächsatmosphäre helfen, Kritik unmißverständlich und konstruktiv zu platzieren. Konsequenzen müssen klar benannt werden. Mit Wertschätzung für die Argumente des Azubis kann auch ein schwieriges Gespräch mit einer klaren Absprache und guter Perspektive enden. Kennen Sie das 3-W-Prinzip? Teilen Sie Ihrem Azubi Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch mit. Soll heißen: Auf die sachliche Analyse, welche Schwierigkeiten der Azubis bereitet und welche Auswirkung das auf Kollegen oder Kunden hat, folgen die beidseitige Aussprache und Absprache, wie es konkret besser laufen soll.
  • Und eine Frage noch: Wie würden Sie sich denn unter den aktuellen Bedingungen Ihren Chef als Auszubildender wünschen? Schreiben Sie uns: dialog@marktundmittelstand.de

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