Dienstag, 02.07.2019
Weiterhin die Richtung bestimmen: Der „demokratisch-konsultative“ Führungsstil ist Managern am liebsten.

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Weiterhin die Richtung bestimmen: Der „demokratisch-konsultative“ Führungsstil ist Managern am liebsten.

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Führungsstil in Unternehmen: Bitte nicht zu autoritär

Manager mit Personalverantwortung halten nur wenig von autoritärer Führung – nicht nur in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Alle Entscheidungsgewalt wollen die Führungskräfte allerdings nicht abgeben.

Die Führungskultur hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Während der Chef früher über die Köpfe seiner Angestellten hinweg bestimmte, fließt bei modernem Leadership die Meinung der Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse ein. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov, für die 4.500 Führungskräfte in neun Ländern befragt wurden.

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Einen extrem autoritären Führungsstil, bei dem der Chef alleine entscheidet und die Mitarbeiter nur ausführen, hält nur eine kleine Minderheit – in Deutschland 4 Prozent – für ideal. Zählt man noch jene Führungskräfte dazu, die zwar am liebsten alleine entscheiden wollen, aber immerhin Wert darauf legen, die Mitarbeiter auch „mitzunehmen“, erhöht sich die Zahl der Befürworter eines autoritären Führungsstils auf 6 (Großbritannien) bis 17 Prozent (Australien und Kanada), in Deutschland liegt sie dann bei 13 Prozent.

Alle Entscheidungsgewalt wollen auch die Führungskräfte, die sich gegen autoritäre Leadership-Methoden aussprechen, nicht abgeben. So sagt ebenfalls nur eine Minderheit, dass es am besten sei, den Mitarbeitern lediglich Zielsetzungen vorzugeben und sie sonst in Ruhe zu lassen. Dieser Laissez-faire Führungsstil ist von allen untersuchten Ländern in Dänemark mit Abstand am beliebtesten, hier halten ihn 30 Prozent für ideal. In den anderen Ländern sagten dies nur etwa halb so viele Befragte (Deutschland: 16 Prozent).

 

Die größte Zustimmung erhalten – wenig überraschend – jene Führungsstile, die Yougov unter dem Stichwort „demokratisch“ zusammenfasst, und die (in verschiedenen Abstufungen) darauf basieren, dass Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern kommunizieren und den Input in ihre Entscheidungen einbeziehen. Insgesamt zwei von drei Befragten in Deutschland (66 Prozent) halten demnach einen solchen Führungsstil für ideal – wobei die letzte Entscheidung doch bei den Führungskräften bleiben soll. Das sehen auch die Führungskräfte in den meisten anderen Ländern so. Lediglich in Dänemark und Australien ist die gemeinsame Entscheidungsfindung ebenso beliebt wie ein konsultativer Führungsstil.

Ob die Führungskräfte wirklich so die Unternehmen leiten wie sie denken oder behaupten, verrät die Studie allerdings nicht. Das würde wohl nur eine Befragung der Mitarbeiter zeigen.