Donnerstag, 04.04.2019
Verlagerung der Daten in die Cloud: Vernetzte Produktionsmaschinen arbeiten effizienter.

Grafik: Denis Isakov/ iStock / Getty Images Plus

Verlagerung der Daten in die Cloud: Vernetzte Produktionsmaschinen arbeiten effizienter.

Technologie
KfW-Studie

Der Mittelstand investiert verstärkt in die Digitalisierung

Die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen, die ihre Prozesse digitalisieren, steigt. Insgesamt gibt der Mittelstand jedoch weiterhin wenig Geld in diesem Bereich aus. Vor allem bei der Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen haben die Firmen Nachholbedarf.

Ein Drittel der mittelständischen Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten hat zwischen 2015 und 2017 bereits Digitalisierungsprojekte abgeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt der KfW-Digitalisierungsbericht 2018, den KfW Research Anfang April 2019 veröffentlicht hat. Demnach haben die Firmen vor allem neue oder verbesserte digitale Technologien für Prozesse, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsabläufe angeschafft. Zudem erhöhte sich der Anteil derjenigen Unternehmen, die sich mit der digitalen Transformation beschäftigen, im Vergleich zur Befragung der Vorjahres, um vier Prozentpunkte. 

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Mit 15 Milliarden Euro gaben mittelständische Unternehmen 2017 allerdings nur verhältnismäßig wenig Geld für Digitalisierungsvorhaben aus. Fast 170 Milliarden Euro – und damit elfmal so viel Geld – floss in neue Maschinen oder Gebäude. Im Durchschnitt ließ sich 2017 ein mittelständisches Unternehmen die Digitalisierung 17.000 Euro pro Jahr kosten.

 

Je größer desto digitaler

Einmal mehr ließ sich ein Größeneffekt beobachten, soll heißen: Je größer ein Unternehmen ist, desto setzt häufiger setzt es Digitalisierungsprojekte um. So investierte rund die Hälfte der befragten Mittelständler mit mehr als 50 Mitarbeitern in digitale Projekte – von den kleinen Firmen mit weniger als fünf Beschäftigten  war es hingegen nur gut ein Viertel. Noch deutlicher ist der Unterschied bei der Höhe der Investitionen, hier gaben die größeren Firmen mit durchschnittlich  147.000 Euro rund 24 mal mehr aus als kleine Unternehmen (6.000 Euro).

Bei den abgeschlossenen Digitalisierungsprojekten war die Digitalisierung der Kunden- und Zulieferschnittstellen (56 Prozent) am meisten  verbreitet, gefolgt von der Erneuerung der IT-Strukturen (53 Prozent). Der Aufbau von spezifischem Knowhow (38 Prozent) und die Reorganisation von Workflows sowie die Einführung neuer Marketing- und Vertriebskonzepte (je 25 Prozent) sind weniger häufig. Nur ein Fünftel plant die Digitalisierung von Produkten oder Dienstleistungen.

Info

Die Studie von KfW Research zur Digitalisierung des Mittelstands ist kostenlos abrufbar.

Bei den Branchen haben wissensbasierte Dienstleister wie Medienhäuser, IT-Dienstleister oder Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen die Nase vorn. Zwei Drittel von diesen Unternehmen sind bereits digital unterwegs. Gleichauf liegen Firmen aus dem forschungsintensiven Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere im Maschinenbau, der Elektrotechnik oder der Chemie. Eine geringe Priorität hat die digitale Transformation hingegen im Baugewerbe, in dem nur ein Fünftel der Unternehmen  entsprechende Projekte auf der Tagesordnung hatte.