Dienstag, 11.06.2019
Rechtzeitig vor Ort: ein effektiver Fuhrpark sorgt für die nötige Mobilität.

Foto: Ziviani/iStock/Getty Images Plus

Rechtzeitig vor Ort: ein effektiver Fuhrpark sorgt für die nötige Mobilität.

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Fuhrpark: Wie Mittelständler das Fuhrparkmanagement verbessern

Geschäftsfahrzeuge müssen nützlich oder repräsentativ sein oder beides zugleich – vor allem aber müssen sie ihre Nutzer mitsamt Material sicher von A nach B bringen. Ein gutes Fuhrparkmanagement kümmert sich darum, dass der Mittelstand mobil bleibt – und dabei die Kosten im Griff behält.

Ob als notwendiges Fortbewegungsmittel für Dienstreisen und Kundenbesuche oder als i-Tüpfelchen bei der Gehaltsverhandlung: Millionen Fach- und Führungskräfte in Deutschland nutzen einen Dienstwagen. Aus Sicht der Firma ist es mit der Anschaffung aber nicht getan. Tankquittungen und -karten, Fahrtenbücher sowie Reparaturbelege müssen organisiert und gepflegt werden.

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Das nötige Fuhrparkmanagement erledigt dabei im Idealfall entweder eine eigene Abteilung oder zumindest ein Mitarbeiter, der sogenannte Fuhrparkmanager. Manch ein Unternehmen lagert diese Aufgabe auch an einen externen Dienstleister aus.

Wie man mit wenigen Tricks Kosten im Fuhrpark spart

CNG und Erdgas, freie Tankstellen und Werkstätten: Dank der Hilfe einer externen Fuhrparkmanagerin und einiger Tricks spart der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches viel Geld. Mittelständische Fuhrparkbetreiber können sich einiges abschauen. [weiterlesen]

Egal ob intern oder extern – unterstützt werden zahlreiche Fuhrparkmanager heute von digitalen Tools, für die natürlich auch die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gilt 

Und noch etwas haben alle Fuhrparkleiter gemein: Ihr oberstes Ziel ist es, die Mobilität der Mitarbeiter zu ermöglichen und sicher zu stellen – und das zu möglichst geringen Kosten. Das gelingt etwa durch eine höhere Selbstbeteiligung bei der Versicherung, den Umstieg auf preiswertere Hersteller und Modelle oder auf kleinere, umweltfreundlichere Antriebe – sowie durch eine bessere Auslastung der vorhandenen Fahrzeuge. Jeder unvorhergesehene Ausfall eines Fahrzeugs bedeutet auch den Ausfall eines Geschäfts.

Fuhrpark ausstatten: die richtige Wahl des Dienstwagens

Kommt der Geschäftsführer eines Herstellers von Designartikeln in einer alten Rostlaube beim Kunden vorgefahren, könnte das ebenso für Verwunderung sorgen, wie wenn der Vertreter für Umwelttechniklösungen im spritfressenden Geländewagen anrauschen würde. Zum Glück gibt es aber für fast alle Zwecke das richtige Firmenauto:

Zahlreiche Autotests finden Sie in unseren Geschäftswagenchecks

Bis heute sind auf deutschen Straßen vor allem Autos mit Verbrennungsmotor unterwegs – auch im deutschen Mittelstand. Das gilt in allen Autoklassen. Doch es gibt Alternativen – vor allem Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Zumindest in der breiten Bevölkerung stoßen sie auf großes Interesse, auch wenn sich die Absatzzahlen – den enormen Preisen geschuldet – noch in sehr engem Rahmen halten. Ob sich die grundsätzliche Akzeptanz gegenüber der Elektromobilität in der Firmenflotte auch in mittelständischen Fuhrparks durchsetzen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Oliver Schwank, Geschäftsführer, Schwank GmbH, Köln: „Unser Fuhrpark wird zu 80 Prozent von unseren Außendienstmitarbeitern und Servicetechnikern genutzt. Um ihre Termine einzuhalten benötigen sie zuverlässige Mobilität, die sie über län­gere Strecken führt. Daher setzen wir auf Dieselfahrzeuge. Autos mit alterna­tiven Antrieben beobachten wir, aber die Anschaffung elektrisch angetriebe­ner Fahrzeuge ist für uns erst inter-essant, wenn sich deren Reichweite deutlich erhöht. Technisch ist dieses Fahrzeugkonzept für unsere Anforde­rungen noch nicht ausreichend.“<b>Oliver Schwank</b>, Geschäftsführer, Schwank GmbH, Köln:<br>
„Unser Fuhrpark wird zu 80 Prozent von unseren Außendienstmitarbeitern und Servicetechnikern genutzt. Um ihre Termine einzuhalten, benötigen sie zuverlässige Mobilität, die sie über län­gere Strecken führt. Daher setzen wir auf Dieselfahrzeuge. Autos mit alterna­tiven Antrieben beobachten wir, aber die Anschaffung elektrisch angetriebe­ner Fahrzeuge ist für uns erst inter-essant, wenn sich deren Reichweite deutlich erhöht. Technisch ist dieses Fahrzeugkonzept für unsere Anforde­rungen noch nicht ausreichend.“Paul Varga,  CEO,  Playbrush GmbH,  Wien: „Wir wissen um die Chancen von Elektromobilität, besonders im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien. Abgesehen vom geringeren CO2-Ausstoß bei einer Well-to-Wheel-Betrachtung können Elektroautos hier als Speicher dienen, um natür­liche Schwankungen auszugleichen. Damit ein Elektroauto auch für unsere Firmenflotte in Frage käme, besteht dennoch Entwicklungsbedarf, um die Umweltverträglichkeit und Ressour­cenknappheit bei der Herstellung und beim Recycling zu verbessern.“<b>Paul Varga</b>,
CEO,
Playbrush GmbH,
Wien:<br>
„Wir wissen um die Chancen von Elektromobilität, besonders im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien. Abgesehen vom geringeren CO2-Ausstoß bei einer Well-to-Wheel-Betrachtung können Elektroautos hier als Speicher dienen, um natür­liche Schwankungen auszugleichen. Damit ein Elektroauto auch für unsere Firmenflotte in Frage käme, besteht dennoch Entwicklungsbedarf, um die Umweltverträglichkeit und Ressour­cenknappheit bei der Herstellung und beim Recycling zu verbessern.“Alexander von Schweinitz, Vice President Installations­systeme, Schneider Electric GmbH, Ratingen „Die Elektromobilität ist eine wichtige Schlüsseltechnologie für die nachhal­tige Reduzierung des CO2-Ausstoßes und Grundvoraussetzung für die Einhaltung von Klimaschutzzielen. Unsere Firma betreibt bereits seit vielen Jahren eine E-Fahrzeugflotte mit eigener Ladeinfrastruktur, die täglich im Einsatz ist. So können wir den Klimaschutz vorantreiben und wichtige Erfahrungen im praktischen Firmeneinsatz von E-Fahrzeugen sam­meln. Dadurch können wir Nutzen und Einsatzzwecke besser verstehen.“<b>Alexander von Schweinitz</b>, Vice President Installations­systeme, Schneider Electric GmbH, Ratingen<br>
„Die Elektromobilität ist eine wichtige Schlüsseltechnologie für die nachhal­tige Reduzierung des CO2-Ausstoßes und Grundvoraussetzung für die Einhaltung von Klimaschutzzielen. Unsere Firma betreibt bereits seit vielen Jahren eine E-Fahrzeugflotte mit eigener Ladeinfrastruktur, die täglich im Einsatz ist. So können wir den Klimaschutz vorantreiben und wichtige Erfahrungen im praktischen Firmeneinsatz von E-Fahrzeugen sam­meln. Dadurch können wir Nutzen und Einsatzzwecke besser verstehen.“Björn Hillesheim, Geschäftsführer, Ticad GmbH und Co. KG, Altenstadt: „Elektromobilität ist der Weg der Zukunft. Die Automobilhersteller bringen aktuell attraktive Neuentwick­lungen auf den Markt, die wirkliche Alternativen bieten – auch für längere Strecken. Durch unsere Elektro-Golftrol­leys wie den Ticad Liberty wissen wir, wie schnell und gut sich die Technologie rund um Langlebigkeit und Leistungs­dauer von Akkus derzeit entwickelt. Sofern die Infrastruktur mit ausgebaut wird, bin ich davon überzeugt, dass E-Mobilität die richtige und vor allem nachhaltige Richtung ist.“<b>Björn Hillesheim</b>, Geschäftsführer, Ticad GmbH und Co. KG, Altenstadt:<br>
„Elektromobilität ist der Weg der Zukunft. Die Automobilhersteller bringen aktuell attraktive Neuentwick­lungen auf den Markt, die wirkliche Alternativen bieten – auch für längere Strecken. Durch unsere Elektro-Golftrol­leys wie den Ticad Liberty wissen wir, wie schnell und gut sich die Technologie rund um Langlebigkeit und Leistungs­dauer von Akkus derzeit entwickelt. Sofern die Infrastruktur mit ausgebaut wird, bin ich davon überzeugt, dass E-Mobilität die richtige und vor allem nachhaltige Richtung ist.“Stephan Köhler, Geschäftsführer der Tracoe medical GmbH: „In der Elektromobilität liegt hier die Zukunft – und dafür sollte man auf jeden Fall offen sein. Noch sind die Fahrzeuge zwar nicht so weit, dass sie mit den Autos konventioneller Bauweise mithalten können. Doch was Technik und Infrastruktur betrifft, ­entwickelt sich die Elektrobranche ständig weiter. Ich persönlich fahre derzeit noch vorzugsweise Autos mit herkömmlichem Verbrennungsantrieb. Es geht doch nichts über den ­satten Klang eines klassischen Motors."<b>Stephan Köhler</b>, Geschäftsführer der Tracoe medical GmbH:<br>
„In der Elektromobilität liegt hier die Zukunft – und dafür sollte man auf jeden Fall offen sein. Noch sind die Fahrzeuge zwar nicht so weit, dass sie mit den Autos konventioneller Bauweise mithalten können. Doch was Technik und Infrastruktur betrifft, ­entwickelt sich die Elektrobranche ständig weiter. Ich persönlich fahre derzeit noch vorzugsweise Autos mit herkömmlichem Verbrennungsantrieb. Es geht doch nichts über den ­satten Klang eines klassischen Motors."

Fuhrpark managen: Tools, Techniken und Software

Auch bei der Fuhrparkverwaltung haben Daten und ihre Auswertung eine zunehmend große Bedeutung. So sind mittlerweile die allermeisten Fahrzeuge mit GPS ausgestattet, so dass Fuhrparkmanager mit der entsprechenden Software etwa den aktuellen Standort der Fahrzeuge und den Streckenverlauf im Blick haben können. 

Bauunternehmen Metzger: Mitarbeiter können Elektroautos per App buchen

Das schwäbische Bauunternehmen Metzger betreibt einen Fuhrpark mit ausschließlich elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die Autos werden von den Mitarbeitern über eine App auf dem Smartphone reserviert. Auch die Verwaltung der Firmenwagen läuft über die Software. [weiterlesen]

Dadurch ist es möglich, dass der Fuhrparkmanager Routen und Aufträge in Echtzeit mit der aktuellen Verkehrslage auf das Fahrer-Terminal überträgt. Das spart Zeit und Geld. Ein Berliner Rohreinigungsunternehmen konnte mit seiner Fuhrparkmanagement-Software in zwei Jahren 20 Prozent mehr Aufträge abwickeln. Bei der Wahl der richtigen Fuhrparksoftware gilt es viele Aspekte zu beachten.

Auch die richtige Tankkarte kann beim Fuhrparkmanagement helfen – und beim Kosten sparen.

Aus dem MuM-Archiv: Fuhrparksoftware im Firmencheck

Elektronische Helfer setzen sich zunehmend in der Automobiltechnologie durch. Wie Fuhrparkverantwortliche diesen Trend für sich nutzen und die geeignete Software finden. [weiterlesen]

Wer darf was: rechtliche Fragen für Fuhrparkbetreiber

Ein zentrales Thema des Flottenmanagements ist die Halterhaftung. Diese liegt zunächst einmal bei der Unternehmensführung. Die Geschäftsführung kann die Haftung auf den Fuhrparkmanager übertragen. Bei der Delegation ist darauf zu achten, dass der Manager fachlich für diese Aufgabe geeignet ist. Ist er es nicht, liegt eine unwirksame Delegation vor und die Unternehmensführung ist weiterhin in der Halterverantwortung.

Zu den weiteren Pflichten eines Fuhrparkbetreibers gehört selbstverständlich die Führerscheinkontrolle sämtlicher Fahrer. Das gilt nicht nur bei Mitarbeitern mit einem eigenen Dienstfahrzeug, sondern auch für sämtliche Angestellte, die einen Zugang zu Poolfahrzeugen haben.

Wenn Mitarbeiter mit dem Dienstwagen Schäden verursachen oder gegen Verkehrsregeln verstoßen, haftet das Unternehmen. Rechtsanwalt Philip Leichthammer erklärt im Interview die juristischen Risiken für Flottenverantwortliche – und wie sie sich schützen können. [weiterlesen]

Außerdem muss das Unternehmen auch die Arbeitszeitregelung beachten. Unter Umständen gilt die Fahrt mit dem Dienstfahrzeug als Arbeitszeit. Ob dies so ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie der Frage, ob für die Reise auch ein öffentliches Verkehrsmittel hätte gewählt werden können. Bei Außendienstmitarbeitern, die in ihrem Job zwangsläufig häufig mit dem Auto unterwegs sind, gelten Sonderregelungen. Hier gilt die Fahrt in jedem Fall als Arbeitszeit. Daher sollten mindestens die Außendienstmitarbeiter auch ein Fahrtenbuch führen.   

Der Fuhrparkmanager selbst muss sich um die Buchhaltung kümmern. Hier werden alle Kosten, die mit den Fahrzeugen des Unternehmens zu tun haben, auf der Sammelkostenstelle „Fuhrpark“  zusammengeführt. Dazu gehören Reinigungs- und Pflegemittel, Reifen und Ersatzteile sowie Werkzeugkosten, Reparatur- und Wartungskosten, aber auch Abgaben wie Kfz-Steuern und Versicherungen. Auch die Ausgaben für Zulassung und Abmelden fallen hier an. 

Fuhrparkmanagement: 5 Tipps vom Experten

Fuhrparkmanager tragen viel Verantwortung. Damit Haftungs- und andere Fragen gar nicht erst aufkommen, sollten potentiell strittige Punkte geklärt werden und Hilfe in Anspruch genommen werden. Fuhrparkexperte Marc-Oliver Prinzing gibt fünf wichtige Tipps.

Transporter im Fuhrpark: Auch Technik und Güter müssen transportiert werden

Bis zum Jahr 2040 soll die Güterverkehrsleistung in Deutschland im Vergleich zu heute um ein Viertel steigen. 860 Milliarden Tonnenkilometer werden dann über die Straßen bewegt. Neben den Profi-Logistikern werden auch produzierende Unternehmen dabei sein, deren Servicetechniker in Transportern Material zu den Kunden liefern.

Aus dem MuM-Archiv: Wie sich Transporter wirtschaftlicher betreiben lassen

Aus Unternehmenssicht sind alle Fahrzeuge im Fuhrpark nützlich. Transporter spielen aber eine besondere Rolle – bei Logistikern wie bei Produktionsunternehmen. Mit dem richtigen Fuhrparkmanagement lassen sich Kosten sparen. [weiterlesen]

Transporter – egal in welcher Form – bieten viel Platz. Genauso wichtig ist es aber, den Überblick zu behalten. Denn was nützt es dem Servicetechniker, jedes Ersatzteil dabeizuhaben, aber keines zu finden? Daher wird bei Nutzfahrzeugen die Innenausstattung des Laderaums immer wichtiger.

Alternativen zum klassischen Fuhrpark

Nicht bei allen Arbeitnehmern ist ein Dienstwagen die erste Wahl. Manche bevorzugen beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel, da sie sich dort – anders als hinterm Steuer – nicht auf den Verkehr konzentrieren müssen. Gerade bei kleineren Unternehmen ist zudem Carsharing eine lohnende Alternative zum eignen Fuhrpark. Für solche alternativen Mobilitätskonzepte gibt es inzwischen einige Anbieter auf dem Markt. 

Für kurze Dienstfahrten eignen sich auch Dienstfahrräder als Autoersatz. Das zeigt eine Firma im Raum Freiburg.

Mit Fahrradfreundlichkeit zu motivierten und gesunden Mitarbeitern

Sogar einen Dienstrad-Fuhrpark gibt es: Das badische Unternehmen FSM motiviert seine Mitarbeiter, von vier auf zwei Räder umzusteigen. Geschäftsführer Konrad Molz erhofft sich motiviertere und gesündere Arbeitskräfte – und fährt mit gutem Beispiel voran. [weiterlesen]

Der Artikel wurde am 28. Januar 2019 erstellt und zuletzt am 11. Juni 2019 aktualisiert.