Dienstag, 17.05.2022
Personal

Unternehmen ignorieren Bachelor-Abschluss

Das verkürzte Studium wird in Stellenanzeigen selten verlangt

Bildquelle: shutterstock.com

Die deutschen Unternehmen von Großkonzern bis kleiner Mittelstand ignorieren den Bachelor-Abschluss: 55 Prozent der Studentinnen und Studenten haben 2019 die Hochschule laut Statistischem Bundesamt mit dem Bachelor-Abschluss verlassen. Von Januar bis April 2022 schrieben knapp 22 000 Arbeitgeber deutschlandweit rund 84 000 Positionen für Kandidaten mit Hochschulabschluss aus. Davon enthielten lediglich knapp sieben Prozent der Stellenanzeigen den Hinweis auf einen Bachelor-Abschluss. Das zeigt die jüngste Stellenmarkt-Auswertung der Berliner Personalmarktforschung index resaerch.

Mehr als die Hälfte der Hochschulabgänger standen mit Bachelorabschluss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung

Dem Statistischen Bundesamt zufolge standen 2019 mehr als die Hälfte der Hochschulabgänger mit Bachelorabschluss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, die anderen studierten weiter.  „Mit Blick auf die große Bedeutung des Bachelor-Abschlusses ist es unverständlich, diesen nicht konkret in Stellenanzeigen als ausreichende Anforderung für eine Bewerbung zu benennen. Bachelor-Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen und zeitnah ins Berufsleben starten wollen, würden sich mit der expliziten Nennung des Bachelors in Jobinseraten viel eher angesprochen fühlen!“, sagt Jürgen Grenz, CEO der index Gruppe.

Seit der Bologna-Reform erlangen Studierende in Deutschland nach drei Jahren bzw. sechs Semestern Regelstudienzeit den berufsqualifizierenden Bachelor-Abschluss. Ein anschließendes Masterstudium mit einer Regelstudienzeit von zwei Jahren ermöglicht eine zusätzliche, meistens wissenschaftlich ausgelegte Spezialisierung im jeweiligen Fachgebiet. Vor dem Bologna-Prozess machten die meisten Studierenden in Deutschland erst nach frühestens neun Semestern ihren Magister- bzw. Diplom-Abschluss. Ziel der europaweiten Reform war es, Studierenden schneller einen Berufsabschluss zu ermöglichen, sie ins Arbeitsleben einzugliedern und das Hochschulsystem in Europa zu vereinheitlichen.  

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